10 Tipps 
zum erfolgreichen Stillen

Kinder-Special

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Es gibt viele gute Gründe zu stillen – und Hindernisse, die einem dabei im Weg stehen können. Hier haben wir 
für Sie eine grosse Portion Mut und 
Zuversicht zusammengestellt.

Von Dr. Chantal Schlatter, 
Apothekerin

 

1. Jede Frau kann stillen

Früher, als der fixe Zeitplan bei der Flaschennahrung auch den stillenden Müttern aufgezwungen wurde, konnte kaum eine Mutter lange stillen. Im natürlichen Rhythmus gelingt das jedoch fast immer. Nur wenige Mütter können aus anatomischen oder medizinischen Gründen nicht stillen, und diese wissen es in der Regel bereits im Voraus.

 

2. Auf die Unterstützung kommt es an

Und trotzdem ist Stillen – wie jede andere neue Aufgabe auch – etwas, in das Sie hineinwachsen müssen. Das gelingt umso besser, je mehr Sie darin unterstützt werden. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Kind in einem Krankenhaus, in einer Geburtsstätte oder zu Hause umgeben von Personen auf die Welt bringen, die das Stillen für ebenso wichtig halten wie Sie selbst.


3. An die Vorteile denken

Wenn Sie eine Durststrecke erleiden oder verunsichert sind – denken Sie an die zahlreichen Vorteile, die das Stillen für Ihr Kind und für Sie selbst haben wird. Sammeln Sie Informationen darüber und teilen Sie sie mit Ihrem Partner, damit auch er den Wert des Stillens erkennt und Sie dabei unterstützt.

 

4. Hören Sie auf Ihr Herz

Lassen Sie sich nicht vorschreiben, wie oft oder wie wenig Ihr Kind an die Brust darf! Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Baby Ihnen genau zeigen wird, was es braucht. Kleine Babys brauchen fast alle zwei Stunden einen «Snack», erst grös­sere Babys kommen auch mit längeren Pausen über die Runden. Ausserdem: Stillen ist viel mehr als Nahrung. Stillen bedeutet Nähe, Zärtlichkeit und Trost. Und damit können Sie Ihr Baby unmöglich zu sehr verwöhnen!

5. Die Zusammenhänge verstehen

Wenn Sie stillen, sooft Ihr Baby danach verlangt, werden Sie stets genügend Milch haben. Die Nachfrage bestimmt das Angebot: Je mehr Milch aus der Brust entfernt wird, desto mehr wird wieder nachgebildet. Macht Ihr Kind einen Wachstumsschub, ist es vielleicht unruhig und will öfter an die Brust. Aber bereits nach ein, zwei Tagen wird sich auch Ihre Milchmenge dem gesteigerten Bedürfnis angepasst haben.

6. Nichts zufüttern

Füttern Sie Ihrem Kind nichts zu, es sei denn, Sie möchten langsam abstillen. Ein voll gestilltes Kind benötigt nichts anderes als Muttermilch, nicht einmal Wasser oder Tee an einem heissen Sommertag. Wenn Sie zufüttern, trinkt Ihr Baby weniger an der Brust, und dann wird auch weniger Milch gebildet.

7. Stillprobleme meistern

Jede stillende Mutter erlebt Schwierigkeiten. Besonders bei Schmerzen ist die Versuchung abzustillen gross. Suchen Sie rechtzeitig professionelle Hilfe bei Ihrer Hebamme, Mütter- oder Stillberaterin, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, damit das Stillen wieder schmerzfrei und unkompliziert wird. Am Ende werden Sie froh sein, dass Sie durchgehalten haben.

8. Ihre Rechte kennen

Wenn Sie wieder arbeiten, Ihr Baby aber trotzdem weiterstillen möchten, so haben Sie Rechte, die Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen – sei es, weil Sie Ihr Kind am Arbeitsplatz stillen, weil Sie zum Stillen den Arbeitsplatz verlassen oder einfach weil Sie Zeit (und einen Ort) zum Abpumpen der Muttermilch brauchen. Zum Nachlesen gibt es die Broschüre «Mutterschaft – Schutz der Arbeitnehmerinnen» des Staatsekretariats für Wirtschaft SECO.

9. Medikamente während der Stillzeit     

Wenn möglich sollten Medikamente während der Stillzeit vermieden werden, es sei denn, das Medikament hat sich in der Stillzeit bewährt. Viel zu häufig wird den Müttern einfachheitshalber zum Abstillen geraten, ohne dabei an die Folgen für Mutter und Kind zu denken! In den meisten Fällen kann mit etwas gutem Willen vonseiten der Ärzte ein stillverträgliches Medikament gefunden werden.

 

10. Zeit zum Abstillen

Heute wird empfohlen, mindestens vier bis sechs Monate ausschliesslich zu stillen und anschliessend parallel zur Beikost bis zum Alter von zwei Jahren (oder länger) weiter zu stillen. Geschichtlich betrachtet dauert die Stillzeit zwischen zwei und sieben Jahren. Lassen Sie sich weder zum Abstillen noch zum Weiterstillen drängen. Der richtige Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn Ihr Kind kein Interesse mehr zeigt oder Ihr Gefühl es Ihnen so sagt.

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