Der Eisen-Check: Testen Sie Ihr Wissen

Eisen – es ist massenanteilsmässig das vierhäufigste Element der Erdkruste. Der menschliche Körper enthält davon 3 bis 5 g. Machen Sie den Wissenscheck zu diesem lebensnotwendigen Spurenelement!

iStock / Hannes Eichinger

Rotes Blut durch Eisen?

Gewissermassen. In unserem Blut schwimmen viele rote Blutkörperchen, die Hämoglobin enthalten. Dieses Hämoglobin ist nichts anderes als ein eisenhaltiger Eiweisskomplex, der eine rote Farbe hat. Das Eisen im Hämoglobin hat eine wichtige Aufgabe: Es bindet lebensnotwendigen Sauerstoff und transportiert ihn so über das Blut an alle Stellen im Körper. Viele Krebse und Schnecken haben übrigens blaues Blut – sie befördern Sauerstoff über das blaue Hämocyanin, das Kupfer statt Eisen enthält.

Eisengesunde Blutwurst?

Ja, rotes Fleisch und Wurstwaren stecken voller Eisen. Einen sehr hohen Eisengehalt finden wir in der Schweineleber – im Schnitt sind dies 20 mg Eisen pro 100 g. Ein weiteres Plus: Sogenanntes Häm-Eisen-II im tierischen Fleisch kann im Darm sehr gut aufgenommen werden.

Eisenarme Veganer?

Stimmt teilweise. Gemüse und Obst enthalten Eisen – abgesehen von Hülsenfrüchten aber oft nur in kleinen Mengen. Erschwerend kommt hinzu, dass in pflanzlichen Produkten das Nicht-Häm-Eisen-III vorkommt. Damit es unser Körper im Darm aufnehmen kann, muss es dort zuerst in Häm-Eisen-II umgewandelt werden – insbesondere Vitamin C fördert diesen Vorgang. Ein Beispiel: 100 g Wildreis und 100 g Roastbeef enthalten etwa die gleiche Eisenmenge, doch unser Körper kann vom Roastbeef leicht dreimal mehr Eisen absorbieren als vom Wildreis.

Der Spinat-Mythos – richtig oder falsch?

Lange predigten uns unsere Omas: „Iss deinen Spinat auf, damit du so stark wie Popeye wirst. Er steckt voller Eisen, das unsere Muskeln stärkt.“ Eisen ist tatsächlich ein wichtiger Bestandteil vom roten Muskelfarbstoff. Nicht so ganz stimmt, dass der Spinat einen extrem hohen Eisengehalt hat, wie dies früher angenommen wurde. Vor über 100 Jahren berechnete ein Wissenschaftler einen falschen Wert. In Wirklichkeit enthalten also 100 g frischer Spinat nicht 35 mg, sondern nur 3 bis 4 mg Eisen – das ist jedoch immer noch recht viel. Es ist allerdings umstritten, wie gut unser Körper das Spinateisen aufnehmen kann. Ebenfalls im Spinat enthaltene Oxalate können mit Eisen nämlich schwer verdauliche Komplexe bilden.

Eisernes Kochgeschirr – ein Eisenlieferant?

Richtig. Eiserne Pfannen und Töpfe können Eisen an das Essen abgeben. Dies trifft besonders auf säurehaltige Speisen und Gerichte mit einer langen Garzeit zu. Allerdings ist es schwierig, die Menge an freigesetztem Eisen zu kontrollieren. Interessant: In Flüchtlingscamps im westlichen Tansania wurden Eisentöpfe verteilt, um die Eisenversorgung zu verbessern. Bei darin zubereiteten Gerichten erhöhte sich der Eisengehalt tatsächlich von etwa 3 auf 17 mg pro 100 g Essen. Die gut gemeinte Idee hatte aber eine Schwachstelle: viele arme Familien verkauften die teuren Töpfen, um das Haushaltseinkommen aufzubessern.

Noble Blässe bei Eisenmangel?

Gesichtsblässe ist bei starkem Eisenmangel möglich – dies hängt mit einer gestörten Blutbildung zusammen. Weitere Anzeichen sind Konzentrationsschwäche, Kraftlosigkeit und Müdigkeit. Ausserdem ist das Immunsystem viel anfälliger für Infekte. Und eingerissene Mundwinkel oder gar brüchige Nägel sind ebenfalls typisch. Falls mehrere Punkte bei Ihnen zutreffen, kann es gut sein, dass ein Eisenmangel vorliegt. Gewissheit verschafft ein Bluttest beim Arzt.

Mehr Eisen für stahlharte Kerle als für zarte Frauen?

Nein, Frauen sind viel anfälliger für einen Eisenmangel. Allein durch die Menstruation verliert das weibliche Geschlecht jeden Monat Eisen. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher täglich 15 mg Eisen für junge Frauen und nur 10 mg Eisen für Männer. Wegen dem grösseren Blutvolumen liegt die empfohlene Tagesdosis für Schwangere sogar bei 30 mg.

Schwarzer Stuhlgang durch Eisentabletten?

Ja, Arzneimittel mit hochdosiertem Eisen können den Stuhlgang tatsächlich schwarz verfärben. Keine Sorge, das ist ungefährlich! Ein kleiner Teil der grossen Eisenmenge aus den Tabletten wird nämlich über den Stuhlgang wieder ausgeschieden.

Mit Orangensaft kombinieren?

Für eine optimale Eisenaufnahme werden Eisenpräparate am besten vor dem Frühstück eingenommen, denn gewisse Nahrungsmittel können das Eisen an sich binden und so seine Aufnahme verhindern. Der Klassiker: Gerbstoffe aus Kaffee und Schwarztee bilden schwer verdauliche Eisenkomplexe. Das Eisenpräparat deshalb lieber zusammen mit einem Glas Orangensaft einnehmen. Das Vitamin C aus Früchten oder Gemüsen fördert die Eisenaufnahme nämlich.

Von Monika Lenzer, Apothekerin

 

 

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