Ein neues pflanzliches Mittel gegen Akne

Nach fünfzehn Jahren Forschung ist es dem Team vom Prof. Dr. med. Jean-Hilaire Saurat am Universitätsspital Genf gelungen, ein pflanzliches und sehr gut verträgliches Mittel gegen Akne zu finden.

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Die Reise beginnt 2004 und hat einen tragischen Hintergrund. In diesem Jahr wurde Wiktor Juschtschenko, ehemaliger Präsident der Ukraine, von Feinden mit Dioxin vergiftet. Dass er den Giftanschlag überhaupt überlebte, hat er wohl der Tatsache zu verdanken, dass er einen Teil des Giftes erbrach. Mindestens eine Folge der Vergiftung jedoch blieb: Das Dioxin hatte bei Juschtschenko eine schwere Akne ausgelöst, sein Gesicht war fortan entstellt. Ende 2004 begab sich Juschtschenko beim Dermatologen Prof. Dr. med. Jean-Hilaire Saurat am Universitätsspital Genf in Behandlung. Der Politiker wurde mehrfach operiert, um sein Aussehen zu verbessern. Im Rahmen der Untersuchungen wurde auch eine Biopsie der Akne-Läsionen genommen. Das was Prof. Saurat dort unter dem Mikroskop sah, war der Anfang jahrelanger, intensiver Forschung. Das Resultat: Ein pflanzliches und sehr gut verträgliches Mittel gegen Akne, das nicht nur Juschtschenko zugutekommen sollte.

Grundlagenforschung

Um eine Therapie zu entwickeln, muss man zunächst einmal die Krankheit verstehen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In der Medizin können auch heute noch viele Krankheiten nur symptomatisch behandelt werden. Also durch Linderung der Beschwerden, ohne die Ursache auszuschalten. Prof. Saurat ist es gelungen, einen wichtigen Schritt in der Entstehung der Akne zu identifizieren. Er nennt diesen Schritt den «Komedonen-Switch». Komedonen ist der Fachbegriff für Mitesser. Komedonen ‒ oder besser gesagt die noch jüngeren, kleinen, von Auge unsichtbaren Mikro-Komedonen ‒ sind der Anfang allen Übels. Jede Mikro-Komedone kann sich zu einem sichtbaren Pickel entwickeln. Zum Glück tut das aber immer nur ein Teil davon.

Komedonen-Switch

Mikro-Komedonen entstehen durch Veränderungen in Haarfollikeln und Talgdrüsen. Der Haarfollikel ist eine Art Kanal, in dem das Haar in der Haut verankert ist. Jeder Haarfollikel enthält auch eine Talgdrüse, die Talg absondert. Der Talg gelangt durch einen Kanal entlang des Haares an die Hautoberfläche, wo er Haut und Haare fetten und schützen soll. Der Haarfollikel und die Talgdrüse werden beide durch dieselben Stammzellen (Vorläuferzellen) gebildet. Die Bildung von Haarfollikel-Zellen und Talgdrüsen-Zellen aus diesen Stammzellen folgt einem bestimmten Verhältnis. Beim Komedonen-Switch verändern sich die Stammzellen: Es werden mehr Haarfollikel-Zellen gebildet. Dadurch verengt und verhornt sich der Gang, so dass der Talg nicht mehr abliessen kann. Zunächst entsteht ein Mirko-Komedo und daraus ein offener bzw. geschlossener Komedo (Mitesser). Im weiteren Verlauf können Bakterien eine Entzündung auslösen, die zu geröteten Pickeln und mit Eiter gefüllte Pusteln führt.

Akne-Auslöser

Die Gründe, weshalb die Stammzellen ihre Aktivität verändern und zum Komedonen-Switch führen, sind beispielsweise hormonelle Veränderungen in der Pubertät, die hormonell bedingte Zunahme der Talgproduktion, eine Besiedelung mit bestimmten Bakterien, aber auch bestimmte Kosmetika oder andere externe Faktoren, wie das bei Juschtschenko der Fall gewesen ist.

Wegweisende Entdeckung

Durch die Erforschung der Stammzellen und Mikro-Komedonen hat Prof. Saurat also den Ursprung einer Akne entdeckt und wusste somit, wo ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Akne ansetzen müsste. Mit hochmodernen wissenschaftlichen Methoden wurde nach einem Mittel gesucht, dass den Komedonen-Switch verhindern würde. Fündig wurden Prof. Saurat und sein Team bei der Mariendistel (Silybum marianum), einer Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die in Mittel- und Südeuropa heimisch ist. Zubereitungen aus dem Extrakt ihrer Früchte haben sich sowohl im Modell (in vitro) als auch in klinischen Studien bei Akne-Patienten (in vitro) als wirksam und sehr gut verträglich erwiesen. Der Mariendistel-Extrakt reduziert Hautunreinheiten rasch, hochsignifikant und anhaltend.

Erwiesene Wirkung

Prof. Saurats Entdeckung wurde von «Eau Thermale Avène», einer renommierten Marke mit Expertise in Dermokosmetik, auf den Markt gebracht und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Zubereitung aus Mariendistel-Extrakt und Thermalwasser wird ein bis zweimal täglich im Gesicht aufgetragen. Das Hautbild verbessert sich bereits nach zwei bis vier Wochen signifikant und bei Langzeitanwendung in den meisten Fällen noch weiter. Bei milder Akne ist diese Behandlung oft ausreichend, sie kann aber auch mit allen anderen äusserlichen oder innerlichen Akne-Behandlungen kombiniert werden. Dadurch können andere Akne-Behandlungen besser verträglich und wirksamer werden, so dass z.B. Antibiotika seltener eingesetzt werden müssen. Auch können Rückfälle nach Absetzen traditioneller Behandlungen reduziert werden.

Sehr gut verträglich

Die Zubereitung mit Mariendistel und Thermalwasser ist sehr gut verträglich – es gibt keinen Grund, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Die Haut braucht auch nicht in einem schlechten Zustand zu sein, um einen Unterschied zu merken. Prof. Saurats Akne-Behandlung bekämpft nicht nur Unreinheiten, sie verfeinert auch die Poren und wirkt mattierend. Sie dient nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Vorbeugung von Akne, sodass im Prinzip jede junge oder zu Unreinheiten neigenden Haut profitiert.

 

Von Dr. pharm. Chantal Schlatter, Apothekerin

 

 

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