Heuschnupfen: Kleiner Pollen, grosse Wirkung

Bei warmem und sonnigem Wetter blühen die meisten Menschen auf. Nicht aber Heuschnupfengeplagte. Die Saison startet bereits im Frühling, doch manche leiden bis in den Herbst hinein. Medikamente sorgen für schnelle Abhilfe und die Allergie kann sich zurückentwickeln.

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Richtig geniessen konnte Susanne Buser aus Basel-Stadt den Frühling nie, obwohl sie eine leidenschaftliche Wanderin ist. „Sobald die Birkenpollen flogen, lief meine Nase. Die Augen wurden rot, und ich hatte regelrechte Niesattacken.“ Je stärker der Wind blies, desto schlimmer waren die Beschwerden. „Es fühlte sich an, als ob ich permanent erkältet wäre. Wenn ich mich in meine Wohnung zurückzog und die Fenster schloss, fühlte ich mich besser“, erzählt die heute 55-Jährige. Mit den gängigen Antihistamin- und Cortison-Tropfen, -Sprays und Tabletten gegen Heuschnupfen, die ihr der Arzt verschrieb, ist sie zufrieden. „Sie linderten meine Beschwerden schnell und ohne jegliche Nebenwirkungen.“ Heuschnupfen ist die häufigste allergische Erkrankung, die Dr. med. Francis Levy, Facharzt FMH für Allergologie, in seiner Zürcher Praxis behandelt. Gefolgt von Katzenhaar- und Hausstaubmilben-Allergie. Rund ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung ist laut dem Allergiezentrum Schweiz (aha!) von einer Pollenallergie betroffen. Die Belastung fängt für die Betroffenen wegen der Klimaerwärmung früher denn je an und nimmt erst im August wieder ab.

Entstehung zu jedem Zeitpunkt möglich

Was passiert im Körper, wenn er plötzlich auf bestimmte Stoffe überreagiert? „Die Produktion des Immunglobulins E (IgE) ist gesteigert. Der Körper sieht eine an und für sich harmlose Substanz als Gefahr an und aktiviert seine immunologische Verteidigung. Körpereigene Abwehrzellen setzen dann teilweise aggressive Entzündungsstoffe frei“, meint der Mediziner. Buser bekam ihren Heuschnupfen erst in späten Jahren. Warum ein Mensch plötzlich allergische Reaktionen aufweist, die er vorher nie hatte, kann bis heute nicht nachgewiesen werden. Mit einer Ausnahme: „Die Erfahrung zeigt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen mit Tierhaltung aufgewachsen sind, wesentlich weniger Allergien entwickeln“, erläutert Levy. Macht uns die übermässige Hygiene krank? „Das wäre eine sehr einseitige Behauptung“, meint der Allergologe, „schliesslich schützen Hygienemassnahmen vor Infektionen, an denen noch vor 100 Jahren 50 Prozent aller Kinder starben. Aber es gibt mehrere Hypothesen, die besagen, dass übertriebene Sauberkeit zu Allergien führen kann. Vor allem, weil das Immunsystem dadurch unterfordert ist und sich nicht ausreichend entwickelt.“ Es gibt zahlreiche Theorien, warum Allergien vor allem in den Industrieländern im Vormarsch sind. Eindeutig belegt ist keine. In der Praxis zeigt sich bis jetzt lediglich, dass Überempfindlichkeiten oft auch genetisch „weitervererbt“ werden.

Sich nicht verrückt machen lassen!

Entzündete Augen, plötzlich auftretender Schnupfen mit Niesanfällen und ein Kratzen im Hals sind die typischsten Symptome eines Heuschnupfens. In schlimmeren und unbehandelten Fällen kann ein allergisches Asthma dazukommen. Gerade Birkenpollen, die Allergie-Verursacher Nr. 1 sind, können durch ihre Winzigkeit von 20 bis 30 Mikrometer tief in die Atemwege gelangen. Je eher man einen Arzt aufsucht, desto besser. Susanne Buser unterzog sich einem Pricktest, dem häufigsten angewandten Allergietest-Verfahren. Dabei werden auf dem Arm verschiedene allergenhaltige Lösungen tropfenweise mit Abwehrzellen der Haut in Kontakt gebracht. Ist die Provokation zu gross, bilden sich kleine Quaddeln. Susanne Buser erfuhr, dass sie nicht nur auf Birken sondern auch Haselsträucher überreagiert. Ein Bluttest, in dem das allergenverursachende IgE nachgewiesen wurde, gab dann endgültig Aufschluss.

Mittlerweile hat sich bei ihr der Heuschnupfen wie bei vielen anderen Betroffenen gelegt. Das er phasenweise verläuft und mit der Zeit sogar ganz verschwindet, ist nicht unüblich. Sie hatte allerdings Pech, weil sie stattdessen neue Unverträglichkeiten entwickelte, die weiter abgeklärt werden müssen. „Die Krux bei Allergien ist, dass sich Kreuzreaktionen entwickeln können“, sagt Levi dazu. Denn nicht nur Birkenpollen tragen das allergieauslösende PR-10-Protein in sich, sondern auch viele andere Pflanzen und Nahrungsmittel. Erle und Haselpollen gehört dazu, aber auch verschiedene Nüsse, Früchte und Gemüse. Buser gibt sich pragmatisch. „Ich fühle mich in meinem Leben kaum eingeschränkt und lasse mich nicht verrückt machen.“ Damit liegt sie absolut richtig. Psychischer Stress kann das Immunsystem schwächen und die Beschwerden verstärken.

Nicht heil- aber therapierbar

Heilbar sind Heuschnupfen und andere Allergien nicht. Die sogenannte Hyposensibilisierung, bei der dem Patienten über längere Zeit eine gewisse Dosis der relevanten Allergene in Spritzen oder Tropfenform verabreicht wird, zeitigt jedoch gute Resultate. „60 bis 80 Prozent meiner Patienten reagieren positiv auf die Therapie und sind nachher über längere Zeit oder sogar für immer beschwerdefrei“, freut sich Levy.


Das lindert Heuschnupfen

  • Vor dem Schlafengehen die Haare waschen
  • Fenster kurz aufmachen und „Stosslüften“
  • Bei schönem und windigem Wetter nur kurz an die frische Luft gehen
  • Stets eine Sonnenbrille tragen
  • Sportliche Aktivitäten während der Pollenzeit nach drinnen verlegen
  • Die Wäsche während der Pollenzeit nicht im Freien trocknen lassen


Pflanzliches Heuschnupfen-Mittel

Pestwurz-Blätter enthalten spezielle Stoffe, die die Freisetzung von Histamin und die Bildung von Entzündungsmediatoren reduzieren. Allerdings ist die Sicherheit und Wirksamkeit nur gewährleistet, wenn man einen wissenschaftlich erprobten Extrakt einnimmt. Ein solches pflanzliches Heuschnupfen Medikamente ist „zeller heuschnupfen“. Der pflanzliche Spezialextrakt lindert nicht nur Jucken, Niesen und laufende Nasen, sondern befreit auch verstopfte Nasen, allerdings ohne müde zu machen. Seine Wirksamkeit und Sicherheit wurde mit wissenschaftlichen Methoden untersucht und in klinischen Studien bewiesen.


Ursula Burgherr

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