Natürlich schön!

Schönheitsmittel unter der Lupe

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Seit Menschengedenken jagen wir bestimmten Schönheitsidealen nach. Dieses Bestreben führte mitunter zu seltsamen Gebräuchen, ja manchmal war es sogar gefährlich. Und wie sieht es heute aus: Was macht Sinn, was ist Unsinn?

Von Monika Lenzer, Apothekerin

Schönheit war schon im alten Rom ein Thema. Besonders helle Haut war unter den Frauen sehr begehrt. Edle Römerinnen verwendeten dazu gerne Kosmetika mit gut deckendem Bleiweiss – es kann allerdings langfristig die Haut schädigen oder sogar eine Bleivergiftung auslösen. Im Mittelalter wurde dann die Mode der hohen Stirn gepflegt. In alten Überlieferungen finden sich kuriose Rezepte zur Haarentfernung an Stirn und Schläfen bis zum damals üblichen Haubenansatz. Dazu genutzt wurden ein aggressives Quecksilber-Essig-Gemisch oder Fledermausblut.

Hautfeind Zigarette

Heutzutage wissen wir: Natürliche Schönheit kommt von innen! Doch hier gibt es eine Reihe an Störfaktoren. Es ist kein Geheimnis, dass Rauchen Gift für die Hautgesundheit ist. Nikotin verengt die Blutgefässe, weshalb das Gewebe schlechter durchblutet wird. Zudem mindert Tabakrauch die Dichte von Kollagenfasern – Struktur­eiweissen, die das Bindegewebe und die Haut festigen. Eine US-Studie untersuchte die Bilder von eineiigen Zwillingen mit unterschiedlichem Rauchverhalten. Den stärkeren Rauchern war das Altern besonders an Augenlidern, Tränensäcken, Nasen- und Lippenfalten deutlicher anzusehen. Generell gilt: Je länger geraucht wird, umso schneller altert die Haut. Bei einem Tageskonsum von 20 Zigaretten ist die Haut von Rauchern bereits im mittleren Lebensalter um zehn Jahre mehr gealtert als bei Nichtrauchern. Neben der Gesundheit wohl eine weitere Motivation zum Rauchverzicht.

Weitere Schönheitswidersacher

Ganz klar hat auch Alkohol einen Einfluss auf das Wohlbefinden der Haut. Für einen risikoarmen Alkoholkonsum wird eine tägliche Obergrenze von 20  g Reinalkohol bei Frauen und 30 g Reinalkohol bei Männern empfohlen, wobei 10 g Reinalkohol etwa einer Stange Bier oder 1 dl Wein entsprechen. Unter den Medikamenten ist vor allem der Dauergebrauch von Kortison hautproblematisch. Nicht zu vergessen ist die hormonelle Umstellung während den Wechseljahren. Dann sinkt der Östrogenspiegel stark – die Elastizität der Haut nimmt infolgedessen ab. Phytohormone, insbesondere Isoflavone, können hier für einen Ausgleich sorgen, indem sie die Wirkung von Östrogenen nachahmen. Vor allem Soja ist eine phytoöstrogenreiche Pflanze – ihre Extrakte befinden sich in Hautcremes, Vaginalgels und natürlich Kapseln.

Kampf der 
trockenen Haut

Äussere Stressoren im Winter sind vor allem trockene Heizungsluft und Kälte. Eine raue, schuppige Haut ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern Spannungsgefühle und Juckreiz sind zum Aus-der-Haut-Fahren. Ein echtes Verwöhnprogramm sind Duschöle – sie sorgen für eine intensive Rückfettung. Bei entzündlichen Hautzuständen und trockener Haut hilft zudem Nachtkerzenöl mit seinem hohen Anteil an der mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäure namens Gamma-Linolensäure. Insbesondere bei Neurodermitis wird das Öl auch eingenommen, da wegen einem Enzymdefekt ein Mangel an Gamma-Linolensäure im Körper vermutet wird.

Gut geschützt in die Sonne

Und nicht vergessen: Auch an einem schönen Wintertag im Schnee an einen Sonnenschutz denken! Denn bis zu 80 % der vorzeitigen Hautalterung wird durch UV-A-Strahlen verursacht. Die langwellige Strahlung dringt in tie­fere Hautschichten ein, wo sie Enzyme aktivieren kann, die vermehrt Kollagen in der Haut abbauen. Dies führt zu Strukturveränderungen und letztendlich Faltenbildung. Im schlimmsten Fall lösen sonnenbedingte Schäden schliesslich Hautkrebs aus. Tipp: Ein guter Basisschutz ist eine Tagescreme mit UV-A-Schutz plus mindestens Lichtschutzfaktor 15! Bei starker Sonnenbelastung ist natürlich noch eine zusätzliche Sonnencreme mit einem höheren Lichtschutzfaktor sinnvoll.   

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