So tanken 
Sie richtig 
Sonnenlicht

UV-Strahlung: 
unentbehrlich – aber rasch gefährlich!

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Der Sommer ist da. 
Warme Temperaturen locken ins Freie zu Velotouren, Wanderungen und Picknicks. Für den optimalen Genuss ohne Reue gilt es, ein paar Spielregeln zu beachten. Denn Vorbeugen ist besser als Sonnenbrand und Co. zu heilen oder gar Hautkrebs
zu riskieren.

Von Ursula Burgherr

Die Wintermelancholie gehört ferner Vergangenheit an, wenn Körper und Seele von Licht und Wärme profitieren. Die meisten Menschen fühlen sich im Sommer deutlich besser gelaunt und leistungs-fähiger als im Winter. Das hat teilweise damit zu tun, dass der strahlend blaue Himmel von der Netzhaut des Auges als Signal für die Hemmung des «Schlaf-Hormons» Melatonin und die Produktion des «Wach-Hormons» Kortisol benutzt wird.
Auch für die Psyche ist die Sonne ein guter Freund. Ihr Licht aktiviert das Glückshormon Serotonin. Vor allem aber regt die Sonne die körpereigene Vitamin-D-Produktion an, die wesentlich ist für Knochenaufbau und Muskelkraft.

Das Sonnenvitamin

Längst bekannt ist, dass das Sonnen­vitamin D viele lebenswichtige Eigenschaften hat: Es resorbiert beispielsweise das für Knochen und Zähne enorm wichtige Kalzium aus dem Darm, welches wir unter anderem mit Milchprodukten aufnehmen.
Dr. Christoph Merlo, Facharzt FMH für Innere Medizin in Luzern, hat sich an einer preisgekrönten Studie beteiligt. Dafür wurde bei rund 1600 Hausarztpatienten untersucht, welche Symptome ein Vitamin-D-Mangel auslösen kann. «Je grösser das Manko war, desto mehr litten die Probanden unter Muskelschwäche, teilweise auch unter Müdigkeit», berichtet Dr. Merlo. Die Vitamin-D-Produktion wird zu 90 % durch die UV-Strahlung in der Haut angeregt. Gerade mal 10 % liefert die Nahrung, die ein Mensch zu sich nimmt. «Auch eine gesunde Ernährung reicht allein noch nicht für einen ausgeglichenen Vitamin-D-Haushalt. Es braucht Sonne dazu», erläutert der Luzerner Mediziner. Der optimale Wert liegt gemäss Dr. Merlo bei 75 nmol/l. Unter 50 spricht man von einem Vitamin-D-Mangel. «Vor allem ältere Menschen in Betagten-zentren, die kaum noch aus dem Haus gehen, haben teilweise enorm tiefe Werte», berichtet der Experte aus seiner Praxis.
Die Studie hat zudem ergeben, dass auch Menschen mit einem erhöhten Body Mass Index einen tieferen Vitamin D-Spiegel haben. Je grösser das Übergewicht, desto tiefer der Spiegel. Eine besonders wichtige Rolle spielt jedoch die Jahreszeit: Während Ende Sommer 45 % der beteiligten Personen unter einem Vitamin-D-Mangel litten, waren es Ende Winter 70 %. «Der enorme Unterschied beruht darauf, dass die Sonne in der kalten Jahreszeit so flach auf die Atmosphäre trifft, dass kaum UV-B-Strahlen am Boden ankommen», schildert Dr. Merlo. Er empfiehlt Alt und Jung, Vitamin-D-Tropfen einzunehmen.

Die Schattenseiten der Sonne

Auch wenn die Sonnenstrahlung die wichtigste Rolle in Bezug auf die Vit­amin-D-Produktion spielt, rät Dr. Christoph Merlo von ausgedehnten Sonnenbädern ab. «Wer normal gekleidet eine halbe Stunde an der Sonne verbringt, bekommt eine genügende Dosis für den ganzen Tag», schildert er. Und ist sich mit Prof. Günther Hofbauer, dem leitenden Arzt Dermatologische Klinik am Uni-Spital Zürich, einig: «Im Sommer gilt es, die Zeit zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden, wenn die Sonne am höchsten steht. Badeplausch, Einkäufe, Spaziergänge und sportliche Aktivitäten sollten unbedingt auf die Randstunden am Morgen oder späten Nachmittag verlegt werden

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