Verdauungsbeschwerden zu Leibe rücken

Wenn es brennt und zwickt

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Ob Sodbrennen, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung – Verdauungsbeschwerden dieser Art kennen viele Menschen. Treten die Beschwerden nicht nur gelegentlich und vorübergehend auf, sollte man sich auf Ursachenforschung begeben und die Auslöser künftig so gut wie möglich vermeiden.     

 

Ein fettes, schweres Nachtessen, eine ganze Tafel Schokolade oder auch nur ein Glas Orangensaft – und schon ist es da, das saure Aufstossen. Besonders schlimm werden die Beschwerden meist nachts im Liegen: Dann hat es die Magensäure, die im Magen für den Verdauungsprozess gebildet wird, besonders leicht, den entspannten Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre zu überwinden und in die Speiseröhre aufzusteigen. Aufstossen, Magendruck und ein brennendes Gefühl vom Brustbein hinauf bis in den Hals sind die Folge. Etwa 10 % der Schweizer Bevölkerung leiden unter dieser Refluxkrankheit.

Mittel gegen aufsteigende Magensäure

Angeregt wird die Überproduktion von Magensäure von verschiedenen Faktoren, allen voran ungünstigen Ernährungsgewohnheiten. Aber auch Übergewicht, Rauchen, Stress, Schwangerschaft, höheres Alter oder bestimmte Medikamente können die Symptome auslösen. Der Reflux ist nicht nur lästig, er kann auch schwerwiegende Folgen haben: Wirkt der Magensaft über längere Zeit auf die Speiseröhre ein, entzündet sich diese. Dann kann sogar Krebs entstehen.
Bei nur gelegentlichen Beschwerden können Präparate aus der Medikamentengruppe der Antazida, die es in der Apotheke zu kaufen gibt, Abhilfe schaffen. Diese binden z.  B. als Gel oder Schaum die überschüssige Magensäure und neu­tralisieren sie. Geeignet sind sie vor allem bei akutem Sodbrennen. Häufigem Sodbrennen kann medikamentös mit Protonenpumpenhemmern – kurz PPI – zu Leibe gerückt werden. Sie hemmen die Säureproduktion, indem sie bestimmte Pumpen hemmen, die einen Bestandteil der Magensäure in den Magen befördern, und bessern so die Beschwerden bzw. verhindern deren Wiederauftreten. Einige Wirkstoffe aus der Reihe der Protonenpumpenhemmer – namentlich Omeprazol, Pantoprazol und Esomeprazol – sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, andere muss der Arzt verschreiben. PPI haben sich bei starken Beschwerden bewährt und werden u. a. auch zur Behandlung von Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren eingesetzt.

Und wenn der Bauch rumort?

Fast täglich anfallartig auftretende Durchfälle, üble Blähungen und Bauchschmerzen – auch von diesen Verdauungsbeschwerden sind immer mehr Menschen betroffen. Was aber ist der Grund dafür? Bei der Fahndung nach den Auslösern hilft das Führen eines Ernährungstagebuchs weiter, in dem genau notiert wird, was gegessen wird und ob bzw. welche Beschwerden auftreten. Tritt der Durchfall etwa nach dem Verzehr von Brot oder Pasta auf? Beginnen die Blähungen immer nach dem gemütlichen Latte macchiato am Nachmittag oder nach dem Verzehr von gereiftem Hartkäse? Dann beeinträchtigt möglicherweise eine Nahrungsmittelunverträglichkeit die Verdauung. Der Körper ist dann nicht in der Lage, bestimmte Stoffe zu verdauen.

Nahrungsmittel­unverträglichkeit

 

Zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören die Glutenunverträglichkeit – auch Zöliakie genannt –, bei der das Kleber­eiweiss Gluten nicht vertragen wird, die Laktoseintoleranz, bei der der Körper nicht in der Lage ist, Milchzucker abzubauen, und die Histaminintoleranz, bei der die Verdauung von stark histaminhaltigen Lebensmitteln gestört ist. Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind mit Allergietests nicht nachweisbar, weil in erster Linie kein immunologisches Problem vorliegt. Deshalb ist das Ernährungstagebuch neben spezifischen Tests ein wesentlicher Baustein der Diagnose. Um die Beschwerden zu verringern, hilft es nur, konsequent auf entsprechende Lebensmittel zu verzichten. Bei der Zöliakie müssen z. B. Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer und alle Getreidesorten, die Gluten enthalten, vom Speiseplan gestrichen werden.
Bei der Laktoseintoleranz müssen Milch und Milchprodukte gemieden werden. Finger weg von Rotwein, altem Käse, geräuchertem Fleisch und schwarzem Tee heisst es bei der Histaminintoleranz.
Auch Nahrungsmittelproduzenten tragen dem Umstand Rechnung, dass immer mehr Menschen an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden. In den Regalen der Supermärkte findet man deshalb diverse Spezialprodukte. Ein völliger Verzicht auf Gluten, Laktose und Histamin ist allerdings kaum möglich. Meist gilt: Die Menge macht’s!    

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