30 Jahre Welt-Aids-Tag, 30 Jahre Aids & Kind

Aids & Kind hilft seit 30 Jahren direkt betroffenen Kindern. Heute ist die Stiftung in besonders von HIV/Aidsbetroffenen Regionen der Welt tätig. In Kenia, Indien, Südafrika wird tagtäglich erlebt, wieviel Not das HI-Virus auch heute noch verursacht. Aids & Kind arbeitet eng mit lokalen Projektpartner zusammen, um Aidswaisen und von HIV/Aidsbetroffenen Familien ein gesundes Leben trotz HIV, Bildung und wirtschaftliche Stabilität zu ermöglichen. Die Stiftung begeht ihr 30-jähriges Jubiläum mit einer Benefizveranstaltung in Basel.

iStock /AndreyPopov

Bei uns in der Schweiz hat sich letzthin ein Prominenter mit dem HI-Virus infiziert. Den Medien gegenüber gibt er sich zuversichtlich: «Zwei Pillen. Fertig. Der Forschung sei Dank.»
Dies kann sein, wenn der HI-Virus gleich nach der Ansteckung entdeckt wird, der Gang zur regelmässigen ärztlichen Kontrolle einfach ist, die Medikamente treu lebenslang geschluckt werden und deren Nebenwirkungen gleich angegangen werden können. Aber wie ist es, wenn einem all dies nicht gewährt ist, zum Beispiel in einem kleinen Dorf in Kenia?

Aids & Kind wurde vor 30 Jahren gegründet mit dem Ziel HIV/Aids-betroffene Kinder in der Schweiz und im Ausland zu unterstützen. 1988 war Aids in der Schweiz eine lebensbedrohende, rapid um sich greifende und Angst auslösende Krankheit. Bis in die Mitte der 90er Jahre bestand auch für Kinder ein grosses Risiko, vor oder bei der Geburt, oder durch die Muttermilch angesteckt zu werden. Seit der Einführung des HIV-Tests bei allen Schwangeren und durch Vorsichtsmassnahmen, konnte die Ansteckung von Mutter auf Kind eliminiert werden. Heute ist die Diagnose HIV-positiv in der Schweiz kein Todesurteil mehr, dies dank des medizinischen Fortschrittes. In den Industrienationen hat Aids seinen Schrecken verloren.

2014 entschied sich Aids & Kind deshalb, ihre Hilfstätigkeit ganz auf Länder zu fokussieren, wo HIV/Aids auch heute noch (pan-) epidemisch auftritt, wo weiterhin pro Jahr Zehntausende mit dem HI-Virus angesteckt werden, wo die Betroffenen sich nicht testen lassen und so nicht wissen, dass sie HIV positiv sind, wo längst nicht alle Zugang zu Medikamenten und zu regelmässigen Blutkontrollen haben und wo der Kampf gegen HIV/Aids zusätzlich erschwert wird durch vorherrschende Armut, mangelhafte Bildung und die Diskriminierung von HIV-Positiven.
Es ist Aids & Kind bewusst, dass Krankheit nicht nur Folge der Armut, sondern auch Ursache von Armut ist. Daher sind es nicht nur «zwei Pillen», die es braucht, um den Kindern eine gute Zukunft trotz Aidsinfektion zu bieten, sondern auch umfassende Massnahmen, damit die Kinder und deren Familien aus der Armutsspirale herauskommen. Mit ihren lokalen Partnern sorgt Aids & Kind in fünf Projekten in Kenia, Südafrika und Indien für Gesundheit, Bildung, wirtschaftliche Stabilität und sexuelle Aufklärung und HIV-Prävention bei Aidswaisen, HIV-positiven Kindern und ihren Betreuerinnen.
Wie in der Schweiz, so sollen Kinder in Afrika und Indien wegen HIV nicht noch zusätzlich benachteiligt sein.

Lesen Sie die Geschichte von Kovu aus Kenia und erfahren Sie, wie Aids & Kind sich einsetzt. - Weitere Geschichten und mehr Informationen über die Projekte erfahren Sie auf Opens external link in new windowwww.aidsundkind.ch
Wir weisen Sie auf die Benefiz-Veranstaltung vom 30. November 2018 von 18.30 bis 23.00 Uhr in Basel hin, im Katholisches Studentenhaus, Herbergsgasse 7, 4051 Basel
Für mehr Informationen: Carmen Rahm, Co-Geschäftsführerin (0444225757, rahm@aidsundkind.ch)

«Ich freue mich immer auf unsere monatlichen Treffen! Wir reden offen über Aids und lernen immer viel dazu!
Kovu aus Kenia»

In Kenia sind knapp 6 Prozent der Bevölkerung HIV-positiv, darunter über 110'000 Kinder. Viele wachsen ohne Eltern bei der Grossmutter auf, leben in grosser Armut und haben kaum Zugang zu Medikamenten. Im Nordwesten, in der ländlichen Region Butere, ist die HIV-Prävalenz besonders hoch, und heute noch sterben Menschen jungen Alters an Aids.
Als Dorothy A.’s Bruder an Aids starb, entschied sie sich, gegen die herrschenden Probleme in ihrem Dorf anzugehen. Sie gründete eine kleine NGO und organisierte, mit der Unterstützung von Aids & Kind, als Erstes ein monatliches Treffen für HIV-positive Kinder aus der Region Butere. Die Kinder und deren Betreuende, meist Grossmütter, werden an den Treffen medizinisch untersucht und behandelt. Und heute, vier Jahre danach, werden durch die Unterstützung von Aids & Kind, Kinder und ihre Familien regelmässig zuhause besucht und beraten. Bei medizinischen Notfällen, wie auch bei auftretenden Nebenwirkungen der Aids-Medikamente, werden sie in die manchmal weit entfernten Spitäler gebracht. Wie in allen Projekten der Stiftung Aids & Kind fördert und fordert auch in Butere die gute Schulbildung für die Kinder und Weiterbildung in Landwirtschaft und/oder Aufbau eines kleinen Geschäfts für die Eltern, Grosseltern oder Tanten.

Kovu’s Geschichte
Neben Kovu und seinem Vater leben zwei Geschwister und zwei kleine, lebensfrohe Neffen in einer kleinen 2-Raum Hütte. Die Gesundheit von Kovu’s Vater besserte sich nach Langem endlich, dank einer neuen Aidstherapie und der Nahrungsnothilfe durch Aids & Kind. Jetzt kann Kovu die Schule wieder regelmässig besuchen, da er seinen Vater nicht mehr so viel pflegen und seine kleinen Geschwister nicht mehr hüten muss. Kovu fühlt sich gesund, auch dank seiner konstanten Medikamenteneinnahme, welche die HI-Viren unterdrückt.
Habil, der Sozialarbeiter unserer Partnerorganisation, besucht die Familie regelmässig, versorgt sie mit der zusätzlichen Nahrungshilfe, mit den nötigen Papieren (wie zum Beispiel der fehlenden Geburtsurkunde für Kovu, die er braucht, um den Schulabschluss zu machen), gibt medizinische Ratschläge und bringt den Vater ins Spital, wenn nötig.


Habil, Sozialarbeiter der Partnerorganisation von Aids & Kind zu Besuch bei Kovu und seinem Vater, April 2018

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