Apotheken-Petition: über 340‘000 Unterschriften in 60 Tagen!

Die Bevölkerung wünscht sich eine wohnortnahe und persönliche medizinische Grundversorgung.

PPR/Alessandro della Valle

Mit verschiedenen Abbaumassnahmen bedroht der Bundesrat die medizinische Grundversorgung durch Apotheken, Hausärzte und Pflege. Die Bevölkerung ist damit nicht einverstanden. Über 340‘000 Personen unterstützen mit ihrer Unterschrift die Apotheken-Petition «Auch morgen medizinisch gut umsorgt». Ein deutliches Ja für eine persönliche und wohnortnahe Beratung und Betreuung.

In zwei Monaten sammelten 1'800 Apothekenteams in der ganzen Schweiz Unterschriften für die Petition «Auch morgen medizinisch gut umsorgt». Mit 341'688 Unterschriften ist das ursprüngliche Ziel von 200'000 deutlich übertroffen. Auch der Wunsch der Bevölkerung ist deutlich: Sie fordert eine wohnortnahe und persönliche medizinische Grundversorgung. Apotheken sollen darin eine wichtige Rolle spielen.

Die Bevölkerung sagt damit Nein zu den vom Bundesrat geplanten Abbaumassnahmen wie der Kürzung des Vertriebsanteils oder dem Referenzpreis für Generika. Diese Massnahmen gefährden besonders die Versorgung durch Apotheken in ländlichen Gebieten oder Quartieren. Bereits heute sind rund 20 Prozent der Apotheken aufgrund ihres geringen Ertrags in einer wirtschaftlichen schwierigen Lage(1).

Die Bevölkerung steht hinter den Apothekern, die Kosten sparen und Lösungen bringen
Der Abbau erfolgt obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Massnahmen umgesetzt und bereits mehrere hundert Millionen Franken eingespart wurden. Nur 4,2 % der Krankenkassenprämien entfallen auf Apotheken(2), und diese sparen heute bereits aktiv mit. Selbst eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) kommt zum Schluss: Die Sparmassnahmen haben ein Apothekensterben zur Folge(3).

Die von der Apothekerschaft lancierte Petition ist ein gewichtiges politisches Zeichen. Das Resultat zeigt: Die Bevölkerung steht hinter den Pharmazeuten und ist jederzeit bereit, sich mit ihnen im Rahmen von Referenden und Initiativen zu solidarisieren. Die Bevölkerung möchte weiterhin in der Apotheke Gesundheitsprobleme sofort abklären und eine Lösung erhalten, Vorsorgetests oder Impfungen in Anspruch nehmen und vom grossen Wissen der Apotheken und ihren Teams profitieren.
Fabian Vaucher, Präsident vom Schweizerischen Apothekerverband: «Wir sind überwältigt vom klaren Zeichen der Bevölkerung und sagen Danke. Wir unterstützen Reformen und Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen und werden weiterhin mit cleveren Lösungen aktiv dazu beitragen». Die Unterschriften wurden nun der Bundeskanzlei an die Adresse des Bundesrats übergeben.

PPR/Alessandro della Valle

(1) KOF Konjunkturforschungsstelle, Rollende Kostenstudie in der Apotheke (RoKA 2017)
(2) Bundesamt für Gesundheit, IQVIA
(3) Bundesamt für Gesundheit (BAG)/Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Studie «Regulierungsfolgenabschätzung zur Einführung eines Referenzpreissystems in der Schweiz» vom 21.12.2018

 

 

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