Basler Erfolgsgeschichte: 50 Jahre Leben mit einer geschenkten Niere

Am 5. April 1968 hat für die Medizin in Basel eine wunderbare Erfolgsgeschichte begonnen. Im Basler Bürgerspital, dem heutigen Universitätsspital Basel, erhielt Walter Thalmann eine Niere, die auch mehr als 50 Jahre nach der Transplantation immer noch tadellos funktioniert. Damit ist Walter Thalmann der Mann mit der weltweit am längsten funktionierenden Niere eines verstorbenen Spenders. Zur Feier dieses Rekords führt das Universitätsspital Basel am 16. August 2018 das Walter Thalmann-Symposium durch.

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Als der 24-jährige Walter Thalmann am 5. April 1968 operiert wurde, konnte niemand ahnen, dass die seinerzeit transplantierte Niere sagenhafte 50 Jahre einwandfrei funktionieren würde. Die Ärzte des damaligen Bürger- und heutigen Universitätsspitals Basel (USB) hatten noch wenig Erfahrung, handelte es sich doch bei Walter Thalmann erst um die neunte in Basel durchgeführte Nierentransplantation. Heute, mehr als 50 Jahre nach der Operation, ist Walter Thalmann der Mann mit der weltweit am längsten funktionierenden Niere eines verstorbenen Spenders. Noch länger mit der gleichen transplantierten Niere lebt nur eine Frau, die drei Monate vor Walter Thalmann in New York transplantiert wurde.

Zur Feier dieses Rekords und zu Ehren aller, die sich für Menschen mit Nierenkrankheiten einsetzen, organisiert das Nierentransplantationszentrum des USB am 16. August 2018 das Walter Thalmann-Symposium. Am Symposium beschreiben Ärztinnen und Ärzte, wie eine Niere entnommen und transplantiert wird. Ausserdem berichten eine Empfängerin und ein Spender über ihre Erfahrungen. Zum Symposium wurden unter anderem auch sämtliche Patientinnen und Patienten eingeladen, denen am USB oder dessen Vorgängerinstitutionen Bürgerspital und Kantonsspital Basel eine Niere transplantiert wurde.

Nierentransplantationszentrum mit Vorreiterrolle

Das USB ist das zweitgrösste Nierentransplantationszentrum der Schweiz. Pro Jahr werden am USB zwischen 60 und 80 Nieren transplantiert, im Rekordjahr 2015 waren es sogar 81. Seit der allerersten Nierentransplantation am 7. Februar 1966 sind am USB 2‘465 solche Operationen durchgeführt worden. Durchschnittlich dauert eine Nierentransplantation am USB rund 150 Minuten. Das Durchschnittsalter der Empfängerinnen und Empfänger liegt bei Lebendspenden bei 50 Jahren, bei Spenden von Verstorbenen bei 55 Jahren. Das Durchschnittsalter der Spenderinnen und Spender beträgt bei Lebendspenden 55 Jahre und 60 Jahre bei postmortalen Spenden. Für eine Lebendspende haben sich am USB 261 Ehepartner, 250 Geschwister und 231 Eltern bereit erklärt.

Das USB kann auf eine Reihe von Pionierleistungen auf dem Gebiet der Nierentransplantation zurückblicken. So spielte das Nierentransplantationszentrum eine Vorreiterrolle sowohl bei der Lebendnierenspende von nicht verwandten Spenderinnen und Spendern als auch bei der Durchführung von immunologisch komplexen Transplantationen wie zum Beispiel blutgruppenüberschreitenden Nierentransplantationen. Ausserdem gehörte das Transplantationszentrum des USB europaweit zu den ersten, welche die Entnahme einer Lebendspenderniere minimal-invasiv vornahm.

Der hervorragende Ruf des Nierentransplantationszentrums am USB basiert im Wesentlichen auf einer erfolgreichen Teamarbeit, namentlich der Organisationseinheiten Nephrologie & Transplantationsimmunologie, Gefässchirurgie & Organtransplantation, Urologie, Angiologie, Hämatologie, Pathologie, Labormedizin, Anästhesie und Intensivmedizin. 

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