Gesunde und schöne Beine: Was hilft bei schwachen Venen?

Schmerzhafte und geschwollene Beine sind Hinweise auf sogenannte schwache Venen, wobei streng genommen nicht die Blutgefässe selbst, sondern die Klappen im Inneren der Venen geschwächt sind. - Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

iStock/Deagreez

Wer kennt noch den Unterschied zwischen Arterien und Venen? Richtig, Venen sind diejenigen Blutgefässe, die das Blut aus den Armen, Beinen und Organen zurück zum Herzen transportieren. Dazu haben die Venen im Inneren Klappen, die den Rückfluss erleichtern (im Gegensatz zu den Arterien, die ihre eigene Muskulatur haben). Ausserdem werden Venen von den Beinmuskeln unterstütz, die beim Gehen eine Zug auf die Gefässe ausführen und somit mithelfen, das Blut zum Herzen zurück zu pumpen.
Von einem Venenleiden spricht man dann, wenn dieser Rückfluss des Blutes behindert wird, weil die Klappen im Inneren nicht mehr richtig funktionieren. Dahinter steckt häufig eine Bindegewebsschwäche, die in den meisten Fällen angeboren und daher nicht zu ändern ist. Es gibt aber auch Risikofaktoren, die das Auftreten einer Venenschwäche beeinflussen und die man sehr wohl selbst in der Hand hat. Dazu zählen Bewegungsmangel, Übergewicht, langes Sitzen oder Stehen sowie Rauchen, das die Durchblutung im ganzen Körper beeinträchtigt.

Schwelllungen und Schmerzen

Die ersten Anzeichen eines möglichen Venenleidens treten vor allem am Abend sowie in der warmen Jahreszeit auf: Schwellungen, vor allem am Knöchel, ein Schweregefühl in den Beinen, aber auch ein Kribbeln bis hin zu Wadenkrämpfen ist möglich. Als Folge der geschwächten Venenklappen staut sich das Blut in den Venen, die sich vergrössern und aussacken können, bis die unschönen Krampfadern entstehen. Durch die Stauung tritt auch Flüssigkeit aus dem Blut ins Gewebe auf. Auf diese Weise entstehen die geschwollenen Beine.

Krampfadern sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie können schwere Folgen haben: Die Haut am Unterschenkel kann sich braun verfärben und unelastisch werden. Im schlimmsten Fall ist sogar ein offenes Geschwür am Bein möglich: durch die austretende Flüssigkeit wird auch Druck auf die Haut ausgeübt, die deswegen dünner wird und sich entzündet, worauf sich schlussendlich ein Geschwür bilden kann.

Was man selbst tun kann

Mit seinen Beschwerden ist übrigens keiner allein! Nach Schätzungen sind rund eine halbe Million Schweizerinnen und Schweizer davon betroffen, Frauen aufgrund des genetisch bedingt schwächeren Bindegewebes häufiger als Männer. Im Anfangsstadium kann man die folgenden Ratschläge beherzigen, um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern oder zumindest zu verzögern:

  • Viel bewegen, vor allem Treppensteigen statt Rolltreppe oder Aufzug; im Büro oder zu Hause öfter vom Schreibtisch aufstehen, die Füsse wippen und kreisen lassen
  • Kalt duschen: an den Füssen beginnen und herzaufwärts führen
  • Venengels sorgen für eine angenehme Kühlung der Beine
  • Auf hohe Absätze verzichten

Strümpfe, Medikamente und Operationen

Helfen diese Massnahmen nicht oder nicht ausreichend, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, denn nur er oder sie kann feststellen, welche Behandlungen nun erforderlich sind: Meist sind es individuell angepasste Kompressionsmittel (Strümpfe, elastische Bandagen), die dafür sorgen, dass die Venen wieder gut zusammengedrückt werden und sich kein Rückstau des Blutes mehr bilden kann. Ausserdem können Medikamente eingesetzt werden, die vor allem auf die Schwellungen der Beine abzielen: Sie sorgen entweder für eine Entwässerung des Körpers, dichten die Venen ab oder erhöhen deren Spannkraft. Zu diesen Mitteln zählen Diosmin und Herperidin, pflanzliche Wirkstoffe aus der Gruppe der Flavonoiden mit venenstärkenden Eigenschaften. Oder Heparionoid MPS, das in Cremen und Gels eingearbeitet abschwellend und entzündungshemmend wirkt. Häufig werden auch Extrakte der Rosskastanie oder von rotem Weinlaub eingesetzt. Diese pflanzlichen Mittel besitzen gefässabdichtende und venenstärkende Eigenschaften. Sie werden sowohl innerlich als auch äusserlich zur Behandlung von Venenleiden eingesetzt.

Operationen für ein schönes Ergebnis

Auch eine Operation ist in manchen Fällen erforderlich oder aus kosmetischen Gründen erwünscht. Eine Verödung kommt beispielsweise bei kleinen bis mittelgrossen Krampfadern und Besenreisern zum Einsatz: Der Arzt spritzt ein Verödungsmittel in die Vene, ein sogenannte Sklerosierungsmittel. Daraufhin verklebt die Krampfader-Vene und verschliesst sich. Das Blut wird ab dann über andere (gesunde) Venen zum Herzen zurückgeführt.

Bei der Laserbehandlung werden Besenreiser mittels der energiereichen Lichtstrahlen entfernt; hier können in manchen Fällen nach der Behandlung an den betroffenen Stellen harmlose Pigmentstörungen auftreten.
Beim sogenannten „Venenstripping“  wiederum werden zunächst flexible Sonden in die erkrankten Venen eingeführt, anschließend wird die Vene durchtrennt und der geschädigte Venenabschnitt wird herausgezogen. Und bei der «Radiowellenchirurgie» wird eine sehr dünne Nadel entweder auf der Haut oder in die betroffenen Venen platziert, um dann mithilfe der Radiowellen die Gefässe zu verschliessen.
Aber nicht vergessen: Auch nach diesen Behandlungen sollten Betroffene auf regelmässige Bewegung achten und ihre Venengymnastik achten, um eine erneute Entstehung der Krampfadern so gut wie möglich zu verhindern.

Dr. med. Lydia Unger-Hunt





Medienpartner

Grosspeterstrasse 23
CH-4002 Basel
Telefon: +41 58 958 96 96
E-Mail: info@mt-public.ch

© Copyright 2015 - Swissprofessional Media AG