Grosse Studie bestätigt Wirksamkeit der Hirnstimulation bei therapieresistenten Depressionen

Eine kürzlich im renommierten Fachjournal The Lancet publizierte Studie zeigt, dass Magnetstimulation des Hirns vielen Menschen mit therapieresistenten Depressionen helfen kann. Bei der Hälfte der behandelten Personen werden die Symptome signifikant reduziert, bei einem Drittel verschwinden sie sogar ganz.

Magnetstimulation des frontalen linken Hirnlappens zur Behandlung therapieresistenter Depressionen.

 

Mehr als 40 unabhängige Studien mit über 2'000 Patienten weltweit belegen die Wirksamkeit von repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) zur Behandlung von therapieresistenten Depressionen. Dies bestätigt eine Ende April im Fachjournal The Lancet publizierte kanadische Multizenter-Studie eindrücklich. Die Studie zeigt zudem, dass durch die Anwendung einer neueren Form der rTMS die tägliche Behandlungsdauer von über einer halben Stunde auf drei Minuten gesenkt werden kann, dies bei einem Therapierahmen von vier bis sechs Wochen.


Effektive und gut verträgliche Therapieoption


Die rTMS ist eine nicht-invasive Methode der Hirnstimulation und wird zur Behandlung von therapieresistenten Depressionen eingesetzt. Durch Magnetimpulse von aussen wird der frontale linke Hirnlappen stimuliert, der in die Regulierung der Stimmung involviert ist und bei depressiven Menschen weniger aktiv ist. Der grosse Vorteil dieser Methode gegenüber anderen Hirnstimulationsverfahren ist, dass weder Narkosen noch Operationen nötig sind und die bei Antidepressiva häufigen Nebenwirkungen wegfallen. Die Behandlung mit der rTMS bewirkt bei 50 % der Patienten eine Reduktion der Symptome um über 50%. 30% leben nach der Behandlung zumindest vorübergehend
sogar symptomfrei. Um Rückfälle zu vermeiden, kann eine Erhaltungstherapie verschrieben werden, die den symptomfreien Zustand während einer langen Zeit stabilisieren kann. Als Nebenwirkungen der rTMS können Kopfschmerzen oder ein vorübergehendes leichtes Schwindelgefühl auftreten. Die positiven Werte wurden von der neuen Lancet-Studie eindrücklich bestätigt.


Vorteile für Patienten und Ärzte


„Die rTMS ist eine interessante und sichere Behandlungsoption bei Depressionen, die gut mit Psychotherapien und Pharmakotherapien kombiniert werden kann. Die neue Studie zeigt, dass die neuere Form der rTMS ähnlich gute Wirkung wie die herkömmliche zeigt. Die Behandlung pro Sitzung nimmt aber nur einen Zehntel der Zeit in Anspruch, was eine willkommene Effizienzsteigerung wäre“, erklärt Prof. Sebastian Walther, Chefarzt und stv. Direktor Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bern.


Auch Patienten berichten von grosser Erleichterung: „Nach diversen medikamentösen Therapien ohne Erfolg ist es eine Riesenchance, dass ich eine rTMS-Behandlung starten konnte. Sie ermöglicht es mir, ein normales Leben ohne Klinikaufenthalte zu führen und den Alltag selbständig zu bewältigen. Ich habe dadurch mein psychisches Gleichgewicht wiedergefunden, bin wieder aktiv und pflege soziale Kontakte“, erzählt eine Genfer Patientin des Psychiaters Dr. med. Fady Rachid, die an einer therapieresistenten Depression litt.


Die erfolgreiche Behandlung mit rTMS bedeutet für die Betroffenen eine grosse Verbesserung der Lebensqualität. Sie leistet zudem einen Beitrag zur Reduktion der hohen Gesundheitskosten und der Kosten depressionsbedingter Arbeitsausfälle, die einen volkswirtschaftlichen Schaden von jährlich über 10 Milliarden Franken verursachen.

 

 

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